Inhaltsstoff Farbige Tone
Die entscheidende Grundstruktur unserer Lehmfarbprodukte wird durch farbige Tone gebildet. Bekannt ist z.B. weißer Ton als Kaolin für die Porzellanherstellung. Darüber hinaus gibt es natürliche Tonvorkommen in Grau-, Graublau-, Graugrün- Braun- Rot- oder Ockerfärbungen. Ton ist der Inhaltsstoff im Lehm, der die eigentliche Bindekraft erzeugt. Die Mischung aus Ton und seinen sandig-kiesigen Bestandteilen bezeichnet man dann als Lehm. Insofern ist die Bezeichnung "Lehmfarbe" vielleicht auch etwas irreführend. Aber auch uns, als Lehrlinge, wollte man damals ins Hirn fräsen, das wir den Zollstock richtigerweise als Gliedermaßstab bezeichnen sollten. Tja mittlerweile gehöre ich zu den Bomern und es ist immer noch der Zollstock. Ist auch gut so. Wer weiß, was bei Gliedermaßstab ansonsten alles noch so assoziiert wird. Ui, jetzt hab ich mich aber irgendwie verbal verfranzt. Also Lehmfarbe. Lehmfarbe besitzt als Hauptbestandteil farbigen Ton. Grob gesagt, handelt es sich bei einer Tonmasse um mit Wasser quellfähige Kristalle. Durch Austrocknung schrumpfen diese, mikroskopisch gesehen, wieder zusammen und verkrallen sich untereinander, wodurch ein mechanischer Zusammenhalt der Tonkristalle untereinander erzeugt wird. Im Baustoff, hat dies den Vorteil, das die Bindekraft nicht zwangsläufig durch einen chemischen Klebefilm erzeugt werden muss. Das ist auch das Geheimnis der Diffusionsoffenheit von Lehmbaustoffen. Es gibt keinen Klebefilm der die Diffusion ausbremst. Das Quellverhalten wiederum begünstigt das Feuchteausgleichsbestreben dieser Farben. Die Farbigkeit der verschiedenen Tone bildet wiederum die Grundlage der endgültigen Farbigkeit der Lehmfarben. In der Farbserie Essenz geht die Tönung sogar auf die reine Grundlage das farbigen Tones ohne Zugabe von Pigment zurück.