Und hier noch etwas Selbstdarstellung
Es wäre wichtig, der verehrten Kundschaft etwas Selbstbeweiräucherndes zu schreiben, garniert mit einer Story, wie alles anfing. Das sagen zumindest die Marketingstrategen.
Nun gut, ich schreibe ja gerne und hier mal in versuchter Kürze meine Chronologie für Sie auf. Nur über meine Berufsbezeichnung bin ich mir noch nicht so ganz im klaren.
"Ökologisch motivierter Wandgestaltungsproduktertüftler"
So vielleicht, könnte mein Beruf eventuell heißen, wenn es diesen so gäbe.
- 1963 erblickte ich das Licht der Welt in der damaligen DDR und genoss den großen Segen einer glücklichen Kindheit in einem sehr liebevollen Elternhaus.
- 1970 erblickte ich dann meine ersten Lehrer und es war nicht alles schlecht. Interessant vielleicht: Ich war als Schüler durchschnittlich, stand aber in Biologie immer auf 1 (ohne Lernen, natürlich).
- 1980 erblickte ich die ersten Lehrmeister und wollte Baufacharbeiter werden. Hier gab es kein Bio, aber Baustoffkunde. Es war wieder das Fach, das mit 1 heraus stach.
- Endlich ausgelernt, habe ich irgendwann als Betriebshandwerker in der ehemaligen Saalfelder Villa des Schokoladenfabrikanten Ernst Hüter gearbeitet. Hier gab es ein Aha-Erlebnis, als dort Stuckateure das herrschaftliche Bad im Keller restaurierten. Die waren richtig gut und arbeiteten mit ihren eigenen Mörtelrezepturen. Säcke mit Schweineborsten und verschiedene Sande und Kalke wurden da verarbeitet. Für DDR-Verhältnisse war das schon ziemlich sensationell. Das war das erste Mal, dass ich nicht mehr lernen musste, aber es war so interessant, dass sich vieles ganz von selbst in meinen Gehirn-Windungen verhakte.
- 1988, unzufrieden mit den sozialistischen Verhältnissen, begann ich nebenher ein Meisterstudium, um mich anschließend selbständig machen zu können. Mittlerweile war ich etwas ehrgeiziger, aber die besten Noten bei wenig Lernstress gab es auch hier wieder in Materialkunde (Mörtelsieblinienberechnungen über 4 Seiten ohne Taschenrechner, PC, Handy, ....., nie wieder würde ich mir so was antun).
- 1990 kam alles anders als gedacht und ich konnte plötzlich meine Verwandtschaft im Ruhrgebiet besuchen. Das war sehr wunderbar und ich fand bei einem Waldspaziergang ockerfarbigen Ton. Ich nahm etwas davon mit und das Grübeln, was man wohl damit anstellen könnte, ließ mich nicht mehr los.
- Selbständig habe ich mich dann trotz Wende auch gemacht. Ein Sprung ins kalte trübe Wasser sozusagen. Denn Kalkulation und andere jetzt wichtige Dinge musste ich dann leider vornehmlich aus Fehlern lernen.
- 1994 schloss ich dann in Fulda ein Studium zum Restaurator im Handwerk ab.
Am interessantesten war hier - Sie ahnen es schon - der Lehmbau und Mörtel aller Art selbst herzustellen. Auch die artfremden Gewerke, insbesondere die Maler, konnte man in ihrem Praxisunterricht "ausspionieren". Äußerst interessante Dinge wurden da getan, vom Marmorimitat bis zur Vergoldung. - Ab 1995 arbeitete ich an vielen Aufträgen im Bereich der Denkmalpflege und besonders in der Lehmrestauration. Bald gab es schon ein paar wenige Lehmbauaufträge. Dass die Lehmwände im Endergebnis immer braun sind, lies mir von Anfang an keine Ruhe, da Ästhetik für mich genauso wichtig wie Bauphysik oder Baubiologie ist. Manche redeten sich ein, der Braunton sei so wunderschön, wieder andere tapezierten oder zerstörten die guten Eigenschaften der Lehmuntergründe mit versiegelnden Farben. Ein Jammer.
Ich begann also nebenbei zu experimentieren mit farbigen Sanden, Pigmenten, natürlichen Leimen, Lehm, Ton und alles was die natürliche Alchemistenküche so hergab. Keine Ahnung wie viele hunderte Stunden da unbezahlt ins Land gegangen sind, aber irgendwann gab es erste Erfolge. - 2010 eröffnete ich dann meinen ersten Internetshop zum Vertrieb der entwickelten Produkte. Zum Glück habe ich einen technik-elektronik-affinen Bruder. Denn solcherlei Lernstoff rauschte immer an mir vorrüberOhne Ihn hätte ich das mangels Zeit, Finanzen und Ahnung nicht auf die Reihe bekommen. Danke Bruderherz!
- So langsam aber stetig wandelte sich nun die anfängliche "Spinnerei" in mein Hauptgeschäftsfeld.
Ziel ist es weiterhin, beständig das Sortiment zu erweitern und Produkte weiter zu entwickeln. Wir möchten gesund durch die Zufriedenheit unserer Kunden wachsen und nichts unnatürlich, nur durch Werbung pushen.
Ihr Andreas Tietz
PS.: Falls Ihnen zur Überschrift eine etwas ansprechendere Berufsbezeichnung einfällt, können Sie die uns gern vorschlagen.