Lehmfarben verarbeiten

Die Grundierung

Sicher ist sicher und deswegen ein paar allgemeingültige Tipps. Egal mit welchen Produkten auch immer gearbeitet wird, das erste Augenmerk sollte auf dem Untergrund liegen.

Sollte der Untergrund durch unterschiedliches Saugverhalten dominiert werden, trocknet eine darauf aufgetragene Farbe sehr inhomogen  durch und chemisch nicht gebundene Bestandteile wandern unterschiedlich intensiv, durch die noch feuchte Lehmfarbschicht. So trocknet die Farbe eventuell unter stärkerer Fleckenbildung auf. Dies ist zum Beispiel der Fall bei Übergängen durch Putzausbesserungen oder Gipskartonplatten mit Spachtelfugen. Das selbe Problem tritt bei Verunreinigungen, wie z.B. Ruß, Wasserflecken oder alte Kaseinfarbenresten, auf. Diese sollten im Vorfeld gebunden werden. Leicht sandende Oberflächen bilden keinen tragfähigen Untergrund. Aber auch zu glatte Oberflächen beeinträchtigen das Haftvermögen von Anstrichen.

Außgenommen für Ruß- und Wasserflecken, kann in diesen Fällen mit der Grundierung NOG 2, vorgearbeitet werden. Diese wird nach Angabe mit Wasser verdünnt und mit dem Flächenstreicher aufgetragen. So wird gleichzeitig die Saugfähigkeit des Untergrundes egalisiert und eine Fleckenbildung durch Materialwechsel verhindert. Durchschlagende Flecken werden eingebremst und leicht sandende Untergründe silikatisch gefestigt. NOG2 ist eine Grundierung auf Silikatbasis, welche eine hohe Diffusionsoffenheit des Untergrundes weiterhin gewährleistet. Im Gegensatz zu Acryl- und sonstigen Kunststoffgrundierungen bleiben z.B. so, die guten raumklimatischen Eigenschaften von Lehmputzen als Untergrund, weites gehend erhalten.

Natürlich sind diesem Produkt auch Grenzen gesetzt, besonders auch bei Ruß- und Wasserflecken. Wasserflecken sollte man vorab mit einem speziellem Isoliersalz bearbeiten (gibts im Baumarkt ;)). Bei Rußflecken hilft oft nur noch ein Austausch des Untergrundmateriales oder als Notlösung, das großflächige Aufbringen einer Absperrfolie.  Aber gerade im Altbau, ist nicht immer so klar mit was man es genau zu tun hat.  Unsere Empfehlung daher: Realisieren Sie einen Vorversuch. Arbeiten sie frühestens 24 h nach Fertigstellung der Grundierung weiter.

Und, nicht immer braucht man für unsere Lehmfarben auch eine Grundierung:                                                                                             Zum Auffrischen von Farbschichten in einem ähnlichem Farbton benötigen Sie meist nur eine Schicht Lehmfarbe, direkt auf die vorhandene Farbschicht gestrichen. Ansonsten, bei homogenen Untergründen, empfiehlt es sich einfach, mit zwei Lagen Lehmfarbe des selben Farbtones zu arbeiten. Die erste Lage kann als Voranstrich dienen und etwas stärker verdünnt sein. Untergründe, wie Lehmfarben, Lehmspachtel, Lehmputz, Kalkputz, Kalk-Zementputz, Silikatputz brauchen in der Regel in Verbindung mit unseren Farben nicht grundiert werden. Zu beachten ist jedoch, dass bei frisch verputzten Untergründen eine Standzeit von ca. 7 Tagen pro 5mm Schichtdicke vor jeglicher Beschichtung einzuräumen ist.