Pigmente für Lehmfarben
Wir verwenden nur Pigmente in unseren Lehmfarben, die nicht als Gefahrstoff eingestuft werden. Alle unseren verwendeten Pigmente sind chemisch innerte Mineralpigmente mit höchsten Lichtechtheiten und toxisch unbedenklich.
Titandioxid für weiße Farben
Bariumsulfat für Lehmfarbe Milch und Lehmfarben pastell
Außer in Lehmfarbe LF-Gänseblümchen, LF-Kalk und LFA-Schneeweiß verzichten wir mittlerweile, auf Titandioxid, welches immer wieder als angeblich krebserregend diskutiert wird. Dies ist zwar nur ein sehr vager Verdacht, und auch nur, wenn sich die Partikelgröße im Nanobereich bewegt. Titandioxidpartikel als Pigment in Farben liegen in ihrer Partikelgröße um das Hundertfache über dem Nanobereich. Aber was von unseren zahlreichen Zivilisationserrungenschaften tatsächlich noch im Nanobereich krebsverdächtig durch die Atemluft schwirrt, atmen wir täglich, ohne Beunruhigungsfaktor genügend ein. Feinststaub von Bremsenabrieb, Microplastikabrieb unserer Funktionsklamotten, rauchenden Mitmenschen, redet keiner. Das gehört zwar mit zum Sockel des Eisbergs, wird aber im heutigen, vielerlei übereifrigem Abschreibejournalismus außen vorgelassen. Vielleicht, weil da jeder freudig mit produziert, vielleicht auch, weil es ein Kampf gegen Windmühlen wäre, dagegen vor zu gehen. Wie schon erwähnt, die Partikelgröße von Titandioxid ist als Farbzusatzstoff um das hundertfache größer. Seltsam auch, das Titandioxid immer noch in den meisten Zahnpasten und allerlei Cremen und Salben verwendet wird. Aber nur, weil anderes viel mehr ins Gewicht fällt, gibt es natürlich trotzdem keinen Grund, sich nicht trotzdem mit der Materie zu beschäftigen und wo möglich, Alternativen zu entwickeln. Vielleicht ist ja meine Meinung auch nicht Ihre Meinung.
Also, wir grübeln, testen, versuchen - auf der Suche nach einem Titandioxidersatz. Und wir wollen hier nicht jammern, denn manchmal lauert auch das Glück im Unglück, so auch hier. Gefälltes Bariumsulfat, bekannt als Barytweiß, Blanc fixe, Malerweiß, Puppenweiß ist unser neuer weißer Füllstoff für weiße und pastellige Lehmfarbe. Es ist hervorragend lichtecht, chemisch stabil und völlig ungiftig. Die Wirkung als Weißpigment und die Deckkraft sind allerdings schwächer, als bei Titandioxid. Der Nachteil, besonders bei der Lehmfarbe-Milch könnte ein dritter Anstrich notwedig werden, wo sonst nur 2 Anstrichlagen notwendig wären. Aber, es funktioniert. Wir verwenden ein Produkt mit spezieller Mahlung, welche die Deck- Und Färbeeigenschaften von bisher verwendetem Bariumsulfat gut übertrifft. Natürlicher gemahlener Baryt, b.z.w. Schwerspat wurde im übrigen, schon im Mittelalter verwendet und hier in der Umgebung von Saalfeld abgebaut. Das durch Fällung hergestellte Bariumsulfat ist allerdings feiner und brillanter und daher als pigmentierender Füllstoff besser geeignet.
Barytweiß besteht aus Bariumsulfat BaSO4 . Für eine Verwendung als Pigment wurden vermutlich schon frühzeitig natürliche Sorten verwendet, die aus dem Mineral Baryt (Schwerspat) zugänglich waren. Die künstlich hergestellten Sorten wie Blanc fixe aus Frankreich (1830, Kuhlmann, Lille) waren reiner und ergaben ein noch besseres Weiß. Sie waren sehr lichtbeständig, die Farbstärke und die Deckkraft reichten allerdings nicht an die von Bleiweiß heran. In lichtbrechenden Bindemitteln verliert das Pigment erheblich von seiner Weißkraft. Dies ist wohl der Grund, warum es nur selten eingesetzt wurde.
Eisenoxidpigmente für Lehmfarben und Lehmstreichputze
Alle Eisenoxidpigmente sind lichtecht, wetterfest, wasserunlöslich und besitzen sehr hohe Farbstärke und Deckkraft. Die Farbpalette erstreckt sich hier über Ockergelb, Rostrot, Braun, Schwarz. Alle Eisenoxidpigmente sind gegen Säuren und Alkalien beständig, chemisch innert und toxisch unbedenklich. Auch die farbigen Erden, auch bekannt als Erdfarben enthalten Eisenoxide, sie stellen Verwitterungsprodukte dar. Zur Gewinnung der Pigmente kommen die meisten Eisenerze in Frage. Dazu zählen Hämatit, Limonit, Goethit oder Magnetit. Am bekanntesten und oft auch weniger beliebt, ist das Oxidbraun, welches meist, beim Rosten von Eisen entsteht. Die künstlich hergestellten Eisenoxidpigmente sind reiner, brillianter und und unterliegen geringeren Qualitätsschwankungen. Und auch der ökologische Fußabdruck ist bei künstlich hergestelltem Eisenoxidpigment meist umweltverträglicher. Natürliche Erdfarben müssen schließlich ebenfalls aufwendig gereinigt, gemahlen, oft viel weiter transportiert werden. Der Abbau der natürlichen Vorkommen erfordert oft einen Eingriff in die Natur an den wenigen oft sensiblen Standorten. Industriell hergestellte Eisenoxidpigmente werden daher von uns bevorzugt.
Ultramarinblau in Lehmfarben. Eine Reise von violett über blau bis Petrol
Ultramarin, ist ein wenig der Platzblauhirsch unter den Pigmenten und auch wir nutzen es zum Nachtönen für unsere Lehmfarben und Lehmstreichputze.
Es ist heute eines der wichtigsten mineralischen Blaupigmente. Es wird verwendet für Öl-, Harz-, Aquarell-, Druck-, Dispersionsfarben und zum Färben von Kunststoffen. Lediglich in alkalischen Bindemitteln, wie Kalk oder Zementprodukten, verliert es seine Beständigkeit.
Ultramarinblau war auch die Lieblingsfarbe des in Nizza geborenen (1928–1962) französischen Malers Yves Klein.
Zum künstlerischen Hintergrund kommt auch noch eine adelige Herkunft.
Eines der wertvollsten und farbintensivsten Blaupigmente war nämlich vor der Entdeckung des Ultramarinblau das Fra Angeliko Blau, das aus Lapislazuli gewonnen wurde, also aus einem Edelstein. Na gut, Halbedelstein. Der Name hat sich ergeben, weil Lapislazuli damals von jenseits des Meeres kam (ultra mare). Seine Beschaffung war jedoch außerordentlich zeit- und kostenaufwändig, hoppelte es doch auf Pferdekarren und Eselsrücken weit auf der Seidenstraße entlang. Nicht minder aufwendig war die Gewinnung von Pigment aus dem rohen Stein, da dieser aus verschiedenen Komponenten bestand, also verunreinigt war.
Ein französischer Ausschuss setzte dann im Jahre 1824 einen Preis von 6000 Francs für denjenigen aus, der ein Verfahren zur künstlichen Herstellung entwickeln konnte. Seit 1806 war die natürliche Zusammensetzung nämlich bekannt. Die künstliche Herstellung gelang 1828 dann gleich drei Chemikern parallel. Giumet, Gmelin und Köttig. Die erste Ultramarinfabrik wurde dann in Deutschland im Jahre 1834 von Leverkus gegründet. 2022 beträgt die jährliche Weltproduktion über 20000 Tonnen. Auch das früher verkaufte Wäscheblau gegen den Gelbstich in weißer Wäsche war nichts anderes, als Ultramarinblau.
Das künstliche Pigment Ultramarinblau gibt es in verschiedenen Sorten, heller oder dunkler. Grün- oder Rotstich kann man mit dem Brennprozess beeinflussen. Durch Veränderung des Anteils an Natriumatomen, lässt sich eine Richtung ins Altrosa oder Violett herstellen.
Und da Ultramarinblau ein mineralisches Pigment mit höchsten Lichtechtheiten und toxisch unbedenklich ist, findet es auch in vielen unserer Lehmfarben und Lehmstreichputzen seinen Anteil.
Glimmer, Strohhäcksel, Perlmutt
Glimmer und andere Zuschlagstoffe bieten wir als loses Material an, durch welches Sie selbst den Oberflächenduktus Ihrer Oberflächen ästhetisch Individualisieren können. Diese Materialien sind keine Inhaltsstoffe unserer vor konfektionierten Farben, sondern können von Ihnen selbst zugesetzt werden.
Glimmer sind Naturmaterialien in unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen. Sie werden unterschieden nach Ihren Anteilen von Kalium, Eisen, Aluminium oder Magnesium. Wir bieten momentan Muskovit Glimmer, ein Kalium-Aluminium-Silikat, und Biotit Glimmer mit hohem Eisengehalt an.